Flächentarnanzug Ausführung 1965 |
|
|---|---|
1965 1967 1969
|
Jacke
Diese Feldjacke ist in allen Details vollständig erhalten. Gut zu erkennen sind die grauen, durch Splinte gehaltenen, Plasteknöpfe sowie die zweiteiligen Schlaufen für Tarnmaterial auf dem Oberarm und dem Rücken. Auf der Vorderseite befinden sich interessanterweise keine Schlaufen. Die Patte der Oberarmtasche ist mit sichtbaren Knopflöchern ausgeführt. Über Brusttaschen verfügt dieses Exemplar noch nicht. Diese konnten bisher erst ab dem Produktionsjahr 1966 erstmalig nachgewiesen werden.
Die gut erhaltene Stempelung deutet auf das 1.Quartal 1965 als Fertigungsjahr hin. Abnehmer war die NVA. Der Hersteller ist mit dem bereits bekannten Code 1802 verschlüsselt. Gut zu erkennen sind die braunen Kunststoffknöpfe hinter dem Kragen, an welchen der abnehmbare Helmbezug befestigt werden konnte. Die Lüftung erfolgte mittels vier Schnürlöchern unterhalb der Achsel. Die Pistolentasche Typ II ist rundrum vernäht und besitzt noch nicht die typische Pistolenform. Die Jacke verfügt wie auch die Vorgänger mit fest angebrachter Kapuze, noch über eine Taillenschnürung sowie eine Bundverstellung, welche bei diesem Exemplar mittels eines Knöpfriemens erfolgt. Die Bedeutung der gelegentlich feststellbaren, siebenstelligen Nummern im Innern der Bekleidungsstücke konnte bisher nicht zweifelsfrei bestimmt werden. Vermutlich handelt es sich um eine Nummerierung, welche im Fertigungsprozess eine zweifelsfreie Zuordnung der einzelnen, vorgefertigten, Bestandteile ermöglichen sollte. Ein ähnliches System lässt sich auch im Bereich der Wehrmachtsbekleidung immer wieder mal feststellen. Hose
Die vorliegende Hose fällt aus dem Rahmen des üblichen. Im Gegensatz zu allen anderen bekannten Exemplaren verfügt dieses Stück über ca. 3 cm breite Gürtelschlaufen, welche sehr fachmännisch gefertigt und befestigt wurden. Ob es sich um einen seltenen Versuch handelt oder aber ob der ehemalige Träger für diese Variante verantwortlich ist wird sich wohl nie sicher klären lassen. Tatsache ist jedoch, dass die NVA - etwa im Gegensatz zur Bundeswehr - keinen Gürtel kannte, welcher in diese schmalen Schlaufen gepasst hätte. Eine weitere Besonderheit sind die aufgesetzten, Blasebalg ähnlich gestalteten Beintaschen. Im Gegensatz zu den üblicherweise eingelassenen Taschen verfügen diese über einen deutlich vergrößerten Stauraum. Die abgebildete Hose stammt aus dem Besitz eines ehemaligen Grenzsoldaten. Ob dieser Umstand etwas mit der besonderen Taschenform zu tun hat ist jedoch fraglich und basiert letztlich nur auf Vermutungen. Exkurs:
|